Medienecho
schiller in the box:
„… Bridge Markland macht es in ihrer unterhaltsamen Deutschstunde anders. …
Die Schauspielerin bewegt nur die Lippen und gibt mit eindrucksvoller Mimik die verschiedenen Stimmungslagen wieder. In und auf ihrer Pappbox spielt Bridge Markland mit einfachsten Requisiten die Lebensstationen Schillers nach.
So hat man den würdigen Dichter wohl noch nicht erlebt. Schiller flucht sich aus dem engen Korsett der Militärakademie, rockt als Rebell zu "We don’t need no thought control" von Pink Floyd, und zum Bordellgang schallt "Ich will nur ficken" von der Berliner Rockband Knorkator.
Das Publikum hat seinen Spaß. Den Mut - "wenn’s nur das ist, hab ich genug, um barfuß durch die Hölle zu gehen" - hat auch Bridge Markland, wenn sie laut schreiend ins Publikum rennt, die erstaunten Zuschauer umarmt und mit ihnen den Erfolg der "Räuber" feiert.
Die Sammlung an Zitaten aus Werken, Briefen und Texten lässt den rastlosen Lebensweg des Dichters plastisch werden. …
Das Genie, dem die ganze Welt zu Füßen liegt, oder der Geschichtsprofessor, der nach getaner Arbeit heim zu Weib und Kindern eilt: Das Bild, das Friedrich Schiller selbst von sich entworfen hat, schwankte stark. Aber ein "deutscher" Dichter konnte Schiller nicht sein, wenn das Ausland schon kurz vor Mannheim begann, auch mit diesem Vorurteil räumt die Berliner Künstlerin auf. …
Ein gehetztes Leben, in dem Erfolg und Berühmtheit in eklatantem Widerspruch zu Friedrich Schillers persönlicher Misere standen, ging durch Krankheit, Nachtarbeit und "Drogen aller Art" selbst für den Lebensplan des Dichters zu früh zu Ende. …Lang anhaltender Applaus ist der verdiente Lohn für die Künstlerin…“
Frank Wittmer, Marbacher Zeitung, 10.11.2011
Friedrich Schiller ohne Staub
Bridge Markland weckt mit kleinen Mitteln große Neugier auf deutsche Klassiker
„Das geht auch anders, das geht besser. Man hat es immer geahnt, damals, in der Schule, als der Deutschlehrer einem Klassiker so trocken einpeitschte, dass es noch auf dem Nachhauseweg staubte. Bridge Markland hat es am Samstag besser gemacht – viel besser.
Da hat Friedrich Schiller Spaß gemacht, und gelernt hat man auch etwas – seine komplette Lebensgeschichte.Dazu braucht die Künstlerin Markland nicht viel mehr als eine Bühne, einen großen Pappwürfel mit kleinem Fenster, ein paar Barbiepuppen, Spielgeld und andere kleine Requisiten. Unterstützt wird sie von Stimmen aus dem Off, die Schillers Leben skizzieren. Da gibt es den ruhigen Erzähler, der deutschlehrernd daherkommt; den schwäbelnden Schiller selbst, Zitate, Kommentare von anderen Menschen aus des Dichters Leben.
Zwischen den Stimmen: Musik. Fetzen nur, mal eine halbe Strophe, mal ein Refrain. „Schools out for summer“ röhrt Alice Cooper, als Schiller die Militärakademie verlässt. Roberto Blancos „Ein bisschen Spaß muss sein“, als Schiller nach ersten Erfolgen die Korken knallen lässt.
Stimmen, Zitate und Musik wechseln alle drei bis sieben Sekunden ab. Dazu gibt Markland auf der Bühne die Pantomime, spielt die Szenen nach, lässt auch mal die Barbiepuppen für sich agieren und blitzlichtartig Momente aus Schillers Leben Bühnengestalt annehmen. Der Dichter hat Erfolg, hält sich an Roberto Blanco und haut die verdienten Taler nur so raus? Markland verschwindet im Pappwürfel, wirft Spielgeld im hohen Bogen aus dem Kasten.
Auf diese Art wird der Dichter lebendig, antastbar, erfahrbar, ein Sterblicher. Markland macht den Zuschauer neugierig – auf Schiller und alle anderen deutschen Klassiker.“
WAZ Kultur in Dortmund, 14.11. 05
